Getränke

Kaffeekrise und Wege daraus

Die Entstehung der Kaffeekrise

Das wichtigste Exportprodukt der Entwicklungsländer ist nach wie vor das Erdöl. Doch gleich an zweiter Stelle rangiert dabei der Kaffee. Weltweit arbeiten ungefähr 25 Millionen Menschen vom Anbau, Verarbeitung und Vertrieb von Kaffee und zusammengerechnet mit deren Familienangehörigen leben etwa rund 100 Millionen Menschen von dieser Pflanze. Da seit etwa 2001 die Kaffee-Weltmarktpreise einem drastischen Verfall unterliegen, ist dies natürlich besonders dramatisch für die Kaffee anbauenden Menschen in den Ländern Südamerikas. Grund dieser Kaffeekrise ist unter anderem, dass die Weltbank in den 1990er Jahren damit begann, den Kaffeeanbau vor allem in Vietnam zu fördern, welches mit den Erlösen seine Auslandsschulden begleichen sollten. Somit stieg Vietnam hinter Brasilien zur Nummer Zwei des Kaffeeanbaus auf. Da es im Laufe der Jahre zu einer Überproduktion kam, verfielen gemäß dem Gesetz von Angebot und Nachfrage die Kaffeepreise.

Die Kaffeekrise und ihre Folgen

Da mehr Kaffee produziert als verbraucht wurde und zudem der Preis auf dem niedrigsten Niveau seit den 1950ern war, verarmten die Kleinbauern. Zum Beispiel konnten in Kenia die Bauern das Schulgeld nicht mehr zahlen und die Kinderarbeit auf den Plantagen nahm zu. Während es in Äthiopien 2003 zu einer Hungerkrise kam, die in direktem Zusammenhang mit der Kaffeekrise steht, verloren in Mittelamerika 200.000 Landarbeiter ihre Arbeit.

Die Nachfrage beginnt zu steigen

Seit 2006 beruhigt sich er Kaffee-Weltmarkt wieder. Die Preise wie die Nachfrage stiegen und das Angebot sank. Da manche Kaffeebauern entweder auf ein anderes Produkt umstiegen, in die Elendsviertel der Städte auswanderten oder schlichtweg verhungerten, konnte die Überproduktion verringert werden. Falls aber durch eine geringere Produktion die Preise wieder zu steigen anfangen, könnten neue Plantagen erreichtet werden, und der Kreislauf von Überproduktion und Preisverfall beginnt erneut.

Wege aus dem Dilemma

Damit es nicht wieder zu einer Kaffeekrise kommen kann, wurde 2007 ein internationales Kaffee-Übereinkommen geschlossen. Dieses Übereinkommen der Internationalen Kaffeeorganisation (IKO) hat zum Ziel, die globale Kaffeewirtschaft zu stärken und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Einer der dabei beschlossenen Auswege aus der Spirale zwischen Überproduktion und Preisverfall besteht darin, dass die Produzenten auf renditeträchtigere Produkte umsteigen sollten, wobei dies aber ein Problem darstellt, da das Kapital für eine Umrüstung auf andere Produkte fehlt. Auch wurde von der IKO ein Fonds gegründet, mit dem Werbung in potenziellen Konsumländern finanziert werden soll. Da in den dabei angestrebten Ländern wie China oder Russland traditionellerweise Tee getrunken wird und die Menschen an dieser Tradition hängen, hält sich auch dabei der Erfolg in Grenzen.

 

Eine Möglichkeit mit größerem Erfolg ist die Produktion von Spezialkaffees. Dabei stieg der Marktanteil von Spezialkaffees in den Jahren von 1983 bis 1994 um etwa 30 %. Diese Maßnahme führt nicht zu einer größeren Nachfrage, aber durch eine bessere Qualität zu einer höheren Gewinnspanne. Einen besonders hohen Preis erzielen dabei die ökologisch angebauten Kaffeesorten.

 

Auch mit Bio-Kaffee und Fair-Trade-Kaffee können die Lebensbedingungen der Kaffeebauern verbessert und die Binnenwirtschaft der Kaffee anbauenden Ländern gestärkt werden. In Deutschland sind im Jahr 2012 dabei 9.322 Tonnen Fairtrade-Kaffee verkauft worden. Somit lag der Marktanteil bei 2,2 % und der Bioanteil daran bei 78 %. Doch Südamerika hat nicht nur mit dem Kreislauf an Überproduktion und fallenden Preisen zu kämpfen, sondern auch mit Pflanzenkrankheiten wie dem Kaffeerost.

 

 Bio und fair trade.

 

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