Getränke ·Multiple Sklerose

Multiple Sklerose und Alkohol

 

„Seit ich Multiple Sklerose hab, vertrage ich Alkohol nicht mehr! Bilde ich mir das nur ein?“

 

Nervenzelle (Pixabay, geralt)
Nervenzelle (Pixabay, geralt)

 

Solche Fragen treten immer mal wieder auf. Gegenfrage: Wenn man an einer Krankheit leidet, die das Nervensystem systematisch lahmlegt, ist es dann eine gute Idee, Nervengift zu schlucken?

Wenn *ich* eine Krankheit habe, informiere ich mich zuallererst grundlegend darüber (na gut, als erstes muss ich den Schock verdauen). Nur wenn ich meinen Feind kenne, kann ich ihn bekämpfen. Logisch, oder? So kommt man zwangsläufig auf die Information, dass die MS die Umhüllung der Nervenfasern angreift, und es somit, simpel gesagt, zu Kurzschlüssen im Nervensystem kommt. Nun aber möchte man Alkohol trinken. Vernünftige Menschen suchen sich also Informationen zu Alkohol und werden dabei feststellen, dass Alkohol ein Nerven- und Zellgift ist.

Möglicherweise werden diese Menschen weiter recherchieren und sich über die Wirkung von Alkohol schlau machen. Weil nur weil Alkohol giftig ist, muss es doch für einen selbst …

Doch. Um das zu verstehen, müssen einige Dinge verstanden werden. Alkohol wirkt unter anderem auf das Nervensystem. Es wird angenommen, dass Ethanol in sogenannten Membranproteinen eingelagert wird und deren Funktion stört. Zu diesen Membranproteinen zählen die Ionenkanäle. Ionenkanäle sind dafür verantwortlich, dass elektrisch geladene Teilchen, Ionen, Biomembranen durchqueren können. Unsere Zellen kommunizieren nämlich auch über elektrische Ströme (das wird man allerdings bereits wissen, wenn man sich gründlich über die Multiple Sklerose informiert hat.)

Hier wird es interessant. Denn die Ionenkanäle sind unter anderem für die Erregungsleitung in Nerven und Muskelzellen verantwortlich. Wenn also jemand, dessen Nervensystem die Reizweiterleitung zwischen den Zellen nicht so ganz beherrscht, Substanzen zu sich nimmt, die die Erregungsleitung stören, was wird passieren? Richtig. Die Symptome können sich verschlimmern, andere erst auftauchen.

Alkohol wirkt auch auf den GABAA-Rezeptor. Dieser ist im Gehirn ebenso wie im Rückenmark zu finden. Im Rückenmark ist er für die Koordination von Bewegungen ebenso wie für die Reflex-Verschaltung zuständig. Da Alkohol an diesem Rezeptor bindet, kommt es zu einer Abnahme der Frequenz des Aktionspotenzials. Verlangsamtes Aktionspotenzial? Kennt man das nicht von der Recherche zur Multiplen Sklerose?

Alohol macht Birne hohl 😉

Was meint Ihr dazu?