Problemarbeiten

Pelzträger

Kaninchen (Pixabay, hifijohn)
Kaninchen (Pixabay, hifijohn)

Pelze

 

Schon wieder spaziert eine Dame, von oben bis unten in tote Tierhäute gehüllt, vorbei. Wie hoch sie doch ihre Nase trägt… ob sie wohl Probleme hat? Probleme mit ihrem Ego? Anscheinend. Denn dieses muss ziemlich klein sein, da sie es offensichtlich braucht, die Haut von toten Tieren zu tragen. Was bedeutet es schon, dass ein kleines unschuldiges Tier, umgeben von seinen Leidensgenossen, eingepfercht in einen viel zu kleinen Käfig, gehalten unter unwürdigen Bedingungen, sein Leben lassen muss für das Ego einer so genannten „Dame von Welt“? Was ist so besonderes dran an seinem Pelz? Gut, er ist teuer. Er stinkt, wenn er nass wird. Er sagt aus, dass sich der Träger nicht das Mindeste schert um seine Mit-Lebewesen.

Ist es von Vorteil, sich mit solch egoistischen und herzlosen Menschen zu umgeben? Sicher nicht. Denn welche Moralvorstellungen kann ein solches Ungetüm haben? Nicht besonders hohe. Denn er tötet, aus purer Lust. Gut, man kann jetzt sagen, er tötet nicht selber, er lässt töten. Was noch schlimmer ist. Für die Drecksarbeit ist sich der Pelzträger auf zwei Beinen zu schade. Lieber das Unbequeme von anderen erledigen lassen, und dann die Ergebnisse benutzen. Kaum ein Pelzträger hat schon einmal daran gedacht, wie der Pelz auf seine Haut kommt.

Schade eigentlich, denn dann würde unser aller Welt ein kleines bisschen lebenswerter sein. Wenn sich niemand mehr in Tierhäute hüllen müsste, weil der Mensch endlich zu denken beginnt. Wenn nicht mehr der schnöde Mammon zählt, sondern menschliche Werte, wie Mitgefühl, Mitleid, Liebe zu anderen Geschöpfen. Doch leider, wohin man auch blickt, diese Unsitte zieht weite Kreise, vom Opernball bis zum Einkaufszentrum ums Eck Auch unsere angeblichen „Vorbilder“ scheuen nicht davor, Pelz zu tragen, in aller Öffentlichkeit und ohne einen Funken Schamgefühl. Gut, finanziell können sie es sich leisten, einen Mantel für zehntausend Euro zu tragen. Aber was bringt ihnen das, außer Mottenschutzkugeln im Sommer, kalten Schultern im Winter und verächtlichen Blicken des denkenden Mitmenschen?

Schon längst sind wir keine Höhlenmenschen mehr, die die Felle noch wirklich brauchten, für die es überlebenswichtig war, warme Kleidung zu haben. Es gibt inzwischen bessere Materialien als Pelz und Fell. Diese Materialien halten nicht nur warm und trocken, sie haben auch den Vorteil, nicht Unsummen von Geld und vor allen Dingen Leben zu kosten. In der heutigen Zeit ist es wirklich fraglich, was Pelzträger aussagen wollen: Seht her, ich bin ein Tierquäler? Ich bin stolz darauf, dass wegen mir etliche Tiere elendiglich zugrunde gegangen sind?

Tja, so ist es mit der „Krone der Schöpfung“. Wir haben uns die Tiere zu Untertanen gemacht. Wenn man einen Blick in diverse Pelztier-Zuchtanstalten wirft, hat der Begriff Menschlichkeit einen schalen Beigeschmack. Heißt „Mensch“ zu sein wirklich, andere Lebewesen aus purem Spaß an der Freud´ zu quälen?

Was meint Ihr dazu?