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Wer nichts weiß muss alles glauben.

Dieser Leitspruch der Science Busters trifft es ziemlich genau. Doch das Internet ist geduldig, genau wie Papier – mit einem Unterschied: Das Internet vergisst nichts, auch nicht den größten Blödsinn.  Da es immer mehr Webseiten gibt, deren Autoren voneinander abschreiben, wird es naturgemäß immer schwieriger, Webseiten zu finden, deren Inhalte man vertrauen kann. Dabei gibt es einige Tricks, um die Glaubwürdigkeit einer Webseite halbwegs einschätzen zu können.

  • Gibt es eine Person, die für den Inhalt verantwortlich ist? Ist ein Impressum vorhanden oder ist es ein Blog ohne Impressum? Gibt es mehr Informationen zum Betreiber, wie Lebenslauf, Beruf, Arbeitsplatz? Oder gibt es nur eine E-Mail-Adresse auf der Webseite?
  • Hat der Autor einen glaubwürdigen Hintergrund? Kann der Verfasser einer Webseite irgendwelche Referenzen aufweisen? Handelt es sich um einen privaten Blog, ist es eine Firmenwebseite oder wurde die Seite von einer Universität online gestellt?
  • Sind die Texte objektiv verfasst? Sind dabei Links und Quellen angegeben, aus denen die Informationen stammen? Dabei sind Texte, die sehr emotional geschrieben sind, die eine These nach der anderen präsentieren oder bei denen die Quellenangaben zu Behauptungen fehlen, nicht glaubwürdig.
  • Wirken die Texte reißerisch, verharmlosen sie Dinge oder machen sie Angst?
  • Wird von wissenschaftlich fundierten Methoden/Techniken/Behandlungsmöglichkeiten abgeraten oder versucht, diese zu widerlegen?
  • Ist die Webseite aktuell? Sehr oft gibt es tote Webseiten im Internet, deren Inhalte veraltet sind und die nicht mehr gewartet werden.
  • Wirkt die Webseite professionell? Oder ist die Technik veraltet? Funktionieren alle Teile der Webseite und wird sie fehlerlos angezeigt? Inhaltlich mangelhafte Webseiten werden oft auch nicht richtig angezeigt.
  • Werden bei Webseiten aus Deutschland und Österreich alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten? Dazu gehören bei gewerblichen Seiten das Impressum, die AGB, Umsatzsteuernummer, Gerichtsstand, Registriernummer und –ort und die Bankdaten.
  • Gibt es Links zu anderen themenverwandten Seiten und gibt es Backlinks von diesen? Was sagen andere User über die Seite?
  • Was steckt hinter der Webseite? Ist es eine Webseite, weil das Thema den Autor persönlich betrifft oder es ihn interessiert? Sind viele Werbeeinblendungen zu sehen, die nur darauf abzielen, Umsatz mit einem Klick darauf zu generieren?
  • Wird die Webseite von Firmen finanziert oder werden Markennamen genannt?
  • Wird bei Medizinseiten nur eine Behandlung aufgeführt oder werden alle genau gleich objektiv beschrieben?
  • Sind die Informationen frei zugänglich oder muss man sich mit einer E-Mailadresse anmelden?
  • Wird Werbung klar als Werbung gekennzeichnet und ist diese gut vom Inhalt zu unterscheiden?
  • Werden die Leser aufgefordert, etwas zu kaufen / zu buchen / sich downzuloaden?
  • Werden alle Aspekte eines Themas beleuchtet oder nur positive/negative behandelt?
  • Werden Heilsversprechen gemacht oder sind Formulierungen wie „nebenwirkungsfrei“ und „100%ige Wirkgarantie“ zu lesen?
  • Werden Konkurrenten oder andere Produkte/Verfahren schlecht gemacht?
  • Wenn es sich um einen Shop handelt: Wird Vorauskasse verlangt? Hat der Online-Shop ein Internet-Gütesiegel?
  • Ist es eine Seite mit der Meinung einer oder einiger weniger Personen oder ist es eine Seite staatlichen oder halbstaatlichen Institution? (Behörde, Museum, Regierung, …)

Diese Anhaltspunkte sollten dabei helfen, um die Glaubwürdigkeit einer Webseite richtig einzuschätzen. Leider gibt es viele, viele Seiten im Internet, die nur den Hintergrund haben, möglichst schnell von möglichst vielen Lesern möglichst viel Geld zu erhalten. Wer ein Werkzeug richtig verwenden möchte, muss damit auch umgehen können. Und das Internet ist nichts anderes: ein Werkzeug.

 

 

In dem Sinne: Wer nichts weiß, muss alles glauben 😀

 


Bild von Arne Müseler / www.arne-mueseler.de [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

 

Herr Gruber, falls Sie jemals über meinen Blog stolpern: Danke für die sehr persönliche Widmung in „Die Genußformel“!

 

 

 

 

Was meint Ihr dazu?